Interview mit Dominus.Berlin - Tom Stahl

Worldwide Fetish Guide

Worldwide Domina and Fetish Guide
Direkt zum Seiteninhalt
Toms Interview im Januar 2019

Mit Dominus.Berlin

Webseite: dominus.berlin

  Location: Berlin, Deutschland

Tel.: +49 (0)15 777 555 040

Vorwort: Das Interview hat Sven ich mit Dominus.Berlin geführt!

Sven: Erzähle mal etwas über dich? Wer bist Du?
Dominus.Berlin Ich bin der Dominus.Berlin - wobei mich meine Sklaven Master André nennen. 42 Jahre alt und gebürtig aus dem Westen von Deutschland (Duisburg). Meine Kolleginnen bezeichnen mich oftmals als einzig wirklichen Dominus in Deutschland. Das schmeichelt mir, ist aber nicht ganz richtig, denn da gibt es schon einige Männer, Sexarbeit ist historisch gesehen eher eine Frauendomäne und wir Männer müssen dort erstmal weiter reinwachsen. Ich bin sicherlich der Erste, der in dieser sehr professionellen Form aufgetaucht ist, aber ich bin sehr sicher, dass mir weitere folgen werden. Und das ist gut so.

Sven: Erzähle doch bitte einmal, wie Du zum SM gekommen bist.
Dominus.Berlin: Ach, das ist schnell erzählt, denn ich war als kleiner Junge schon ein ziemlicher Perversling. Unter meinem Hochbett wurde ein Krankenhaus gebaut, ich war der Arzt und meine Freunde mussten dort alle genauestens untersucht werden. Während der jugendlichen Vanillaphase habe ich durch die Abwertung bei der Penetration meiner Sexualpartner (waren immer schon beide Geschlechter) viel mehr Lust empfunden. Zu der Zeit habe ich das alles aber nur „gedanklich durchgespielt“ und nicht wirklich ausgelebt. Irgendwann habe ich dann herausgefunden, dass es mich sexuell wirklich stimuliert jemandem Schmerz zuzufügen, wenn alles im geeigneten Rahmen geschieht. Da kam es wie es kommen musste: Zwar hatte ich Traumjobs im Bereich der Werbung, aber die haben mich nicht mehr wirklich ausgefüllt. In einer Umorientierungsphase bin ich durch Zufall in eine WG mit einer Domina gezogen - und diese war in Berlin. Nun, in einer Stadt wie Berlin, da hat man eben alle Freiheiten. Daher auch mein Name. Von da an ging es rasant aufwärts mit meinem Hobby als Beruf. Mittlerweile diene ich über fünf Jahren an der Peitsche und genieße immer noch jeden Moment.

Sven: Du bist auf einigen Titelseiten zu sehen und es gibt so viele Berichte über Dich.. alles, weil du der Erste bist?
Dominus.Berlin: Sicher nicht, ich schätze es hängt zudem auch mit meinem großen Mundwerk zusammen. Ich rede auch einfach gern über meine Erlebnisse und meine Gefühle. Daher auch meine monatliche Kolumne.

Sven: Wie wirkt der sich die Arbeit auf dein Privatleben aus?
Dominus.Berlin: Eigentlich nur so, dass ich privat jetzt nicht mehr so aufgeschlossen bin privat als Dominus zu agieren. Ich bin zwar wirklich voll in meinem Element, wenn ich im Leder inmitten von Kerzen und sexuell aufgeladener Musik im Stahlraum vom Studio Lux den Klienten begrüße, aber am Ende des Tages wenn ich zuhause ankomme, dann gehts ab in die Hauspuschen, die Katze wird gefüttert und der Partner bekuschelt.

Sven: Wo arbeitest Du?
Dominus.Berlin: Beheimatet im durchdesignten und progressiven Studio Lux, Berlin gastiere auch an anderen renommierten Adressen in Deutschland sowie der Schweiz.

Sven: Deine Wirkungsstätten sind immer professionelle Dominastudios, warum?
Dominus.Berlin: Es ist nicht meine Bi-Sexualität, sondern mein Anspruch an die aufregende und komplexe Tätigkeit als Dominus. Ein hoher Anspruch an diese Arbeit zeigt sich nicht nur in deinen Bildern, die du von dir zeigst, sondern ebenfalls wenn Du in Profistudios arbeitetst. Neben dem eindrucksvollen und gepflegten Ambiente und der technischen Vollausstattung, ergibt sich zudem Networking und noch Spaß mit den Kolleginnen.

Sven: Warum investierst viel zeit in deine Foto-Shootings, inszenierst dich, was man sonst nur von deinen weiblichen Kolleginnen kennt?
Dominus.Berlin: Der Grund ist der Gleiche: Wenn du imponierende Bilder bereitstellst, zeigst du dein Wesen, deine Energie und deine Sexualität, an die der Klient anknüpfen kann. Wenn du nur ein Pimmelbild oder deine Brustmuskeln im Spiegel fotografierst, will Mann oder Frau vielleicht „naschen“, aber richtig gegessen wird eben mit „Persönlichkeiten“. Ich biete ausschließlich BDSM-Inszenierungen an, da zeigen Bilder meine Fantasien und meine Aufgeschlossenheit puncto BDSM. Den klassischen Beischlaf überlasse ich den Kollegen.

Sven: Bist du tatsächlich klassisch unberührbar?
Dominus.Berlin: Nein, aber der Schwerpunkt meiner BDSM-Inszenierungen liegt sicher nicht im reinen Geschlechtsverkehr.

Sven: BDSM bieten aber schon viele Männer an.
Dominus.Berlin: Ist auch wieder, wie bei den Frauen, denn irgendwie hat jeder ne Peitsche irgendwo rumliegen. Kuchen vom Bäcker schmeckt ja auch gut, aber ich würde im Falle der Brötchen immer zum Bäcker und bei einer Torte geht man eben zum Konditor.

Sven: Trotzdem hast du noch überdurchschnittlich viele Termine, warum?
Dominus.Berlin: Dass ich „daran Spaß habe“ klingt abgedroschen. Das ist aus meiner Sicht auch eher eine Grundvoraussetzung für diesen Beruf. Das Geheimnis ist gar nicht so spannend sondern sehr einfach: Ich hab ein gutes Verhältnis zu meinen Klienten, pflege das sehr und nehme den Erstkontakt auch sehr ernst und so entwickeln sich (sexuelle-) Beziehungen (weiter).

Sven: Du engagierst dich beim Bundesverband für sexuelle Dienstleistungen. Was muss man sich darunter vorstellen? Warum tust du das?
Dominus.Berlin: Im Berufsverband bin ich im Wesentlichen Mitglied, um viel mit zubekommen. Beispielsweise wenn zu Demos aufgerufen wird, bin ich dabei. Ich habe keinen Schiss, mein Gesicht zu zeigen – ich stehe zu dem, was ich mache, weil es Beruf und Leidenschaft zugleich ist. Das Berufsbild ist jedoch noch immer geprägt von Vorurteilen und Unsicherheiten. Aber an mir zum Beispiel kann man erkennen, dass ein niveauvoller Mann in einem „unseriösen“ Berufsfeld nicht im Widerspruch zueinander stehen muss. Außerdem berate ich auch Sexarbeiter, männliche sowie weibliche, insbesondere bei den Themen Steuern und Prostitutionsschutzgesetz.

Sven: Was sind die Zukunftspläne?
Dominus.Berlin: Ganz klar: Ich bleibe bei dem, was ich mache, denn es erfüllt mich vollkommen. Meine BDSM-Kolumne im BOXMagazin hat 2017 und 2018 die höchsten online Klickraten erzielt, daher werde ich weiter über meine perversschönen-Tage schreiben. Galerie de Sade hat mir auch dieses Jahr wieder den Stempel des BestMaster verliehen und mein Sexworker-Kurs für die KollegINNen startet in 2019 durch. Ich werde 2019 auch eine Vernissage mit dem Thema „Kreation eines BDSM-Mythos“ in Berlin mit einer wundervollen Kollegin zusammen erstellen.

Sven: Ich bedanke mich für das Interview

Besuchen Sie auch unseren Sponsor
Empress Empire
Suchen
Jugendschutz
Informationen
Rubriken
Service
Zurück zum Seiteninhalt